Vorlesungen

Der Vorlesungszyklus umfasst 15 Vorlesungen.
Bitte beachten Sie, dass die Vorlesungen im Zunftsaal des SORELL HOTEL RÜDEN stattfinden werden. 

Der Eintritt ist nur mit einem gültigen Impfzertifikat erlaubt. Bitte halten Sie das COVID-Zertifikat in der App oder auf Papier sowie Ihren Ausweis für die Einlasskontrolle bereit. Weiter gelten anlässlich jeder Vorlesung die aktuellen Vorgaben des BAG (Maskenpflicht, etc.) sowie das Schutzkonzept des Hotels Rüden.

Montag 3. Januar 2022, 14.30 Uhr:
Körper, Geist und Seele in Zeiten des Klimawandels

Montag 3. Januar 2022, 14.30 Uhr

Körper, Geist und Seele in Zeiten des Klimawandels

Prof. Dr. Brigitte Stemmer, kognitive Neurowissenschaften und Pragmatik, Université de Montreal

CO2 Belastung, Luftverschmutzung, Feinstaub, extreme Wetterkapriolen, globale Erwärmung, Treibhauseffekt – der Klimawandel ist in aller Munde. Aus wissenschaftlicher Perspektive besteht kein Zweifel, dass der Mensch zum Klimawandel entscheidend beiträgt. Klimawandel kann für unsere Erde und das Leben auf der Erde eine Gefahr darstellen. Klimaveränderungen können sich negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Besonders vulnerabel sind Kinder, Kranke und alte Menschen, beispielsweise im Sinne nicht-übertragbarer Erkrankungen (hervorgerufen durch UV-Strahlung, Allergene, Feinstaub) und übertragbarer Erkrankungen (hervorgerufen durch Tiere, Lebensmittel, Wasser). Der Klimawandel wird nicht nur mit Erkrankungen von körperlichen Funktionen (Lunge, Herz, Kreislauf, Stoffwechsel usw.) in Zusammenhang gebracht, sondern kann sich auch auf das Gehirn auswirken, was wiederum zu geistig-kognitiven und seelischen Beeinträchtigungen führen kann.

Montag 10. Januar 2022, 14.30 Uhr:
Eine Zeitreise ins Mittelalter 3: Habsburgische Landschaft, Aufstieg von Bürgertum und Zünften, kriegerische Zeiten 1372–1460

Montag 10. Januar 2022, 14.30 Uhr

Eine Zeitreise ins Mittelalter 4: Habsburgische Landschaft, Aufstieg von Bürgertum und Zünften, 7 kriegerische Zeiten 1372–1460

Kurt Bänteli, MAS, Vermittlung von Archäologie und Geschichte, Schaffhausen

Die Geschichte unserer fast tausendjährigen Stadt und ihrer Bauwerke präsentiert sich in einem neuen Licht, durch die archäologischen Ausgrabungen und Gebäudeuntersuchungen der letzten vier Jahrzente. In den ersten beiden Vorträgen wurde die neue Stadtgenese vorgestellt, mit dem Auf- und Ausbau der Stadtbefestigung, der Stadtburg, drei Klöstern und den Wohnquartieren mit ihrer Infrastruktur.

Nun verfolgen wir die politische Entwicklung von der habsburgischen Landstadt zur freien, aber auch isolierten Reichsstadt, verwickelt in verschiedene Kleinkriege. Schliesslich wandte sich Schaffhausen vom Bodenseeraum ab und hin gegen Süden zur Eidgenossenschaft. Die bald darauf folgende Reformation führte zur Neuorganisation unserer Stadt. Durch die Aufhebung der Klöster gelangte sie in den Besitz erheblicher Reichtümer. Dieser Wohlstand führte zu einem Bauboom auf dessen Höhepunkt schliesslich der Munot entstand.

Eine noch nicht öffentliche, einzigartige Häuserdatenbank welche die in den Schriftquellen zwischen 1250 –1780 überlieferten Stadtbewohner in ihren 600 Häusern verortet, ermöglicht grosse und kleine Einblicke in die damalige Lebensgemeinschaft innerhalb der Stadtmauern und der näheren Umgebung. Sie zeichnet ein realitätsnahes Bild des Zusammenlebens in unserer Stadt, das sich vom heutigen oft nur wenig unterscheidet, aber einen eindrücklichen Kontrast bildet zu dem verzerrten Bild eines finsteren Mittelalters das heute noch oft vermittelt wird. Tausende Schaffhauser die keinen Eingang in die Geschichtsbücher gefunden haben, lassen sich durch diese Datenbank neu entdecken und erstmals erhalten die bislang vielfach ignorierten Schaffhauserinnen ihren verdienten Platz in der Stadtgeschichte. Und schliesslich erscheinen die bekannten Protagonisten der Geschichte oft in neuen Facetten.

ABGESAGT Montag 17. Januar 2022, 14.30 Uhr:
Eine Zeitreise ins Mittelalter 4: Hinwendung zur Eidgenossenschaft, Seelenheil und Reformation, Neuorganisation der Stadt bis zum Munotbau 1460–1600

Montag 17. Januar 2022, 14.30 Uhr

Eine Zeitreise ins Mittelalter 4: Hinwendung zur Eidgenossenschaft, Seelenheil und Reformation, Neuorganisation der Stadt bis zum Munotbau 1460–1600

Kurt Bänteli, MAS, Vermittlung von Archäologie und Geschichte, Schaffhausen

Die Geschichte unserer fast tausendjährigen Stadt und ihrer Bauwerke präsentiert sich in einem neuen Licht, durch die archäologischen Ausgrabungen und Gebäudeuntersuchungen der letzten vier Jahrzente. In den ersten beiden Vorträgen wurde die neue Stadtgenese vorgestellt, mit dem Auf- und Ausbau der Stadtbefestigung, der Stadtburg, drei Klöstern und den Wohnquartieren mit ihrer Infrastruktur.

Nun verfolgen wir die politische Entwicklung von der habsburgischen Landstadt zur freien, aber auch isolierten Reichsstadt, verwickelt in verschiedene Kleinkriege. Schliesslich wandte sich Schaffhausen vom Bodenseeraum ab und hin gegen Süden zur Eidgenossenschaft. Die bald darauf folgende Reformation führte zur Neuorganisation unserer Stadt. Durch die Aufhebung der Klöster gelangte sie in den Besitz erheblicher Reichtümer. Dieser Wohlstand führte zu einem Bauboom auf dessen Höhepunkt schliesslich der Munot entstand.

Eine noch nicht öffentliche, einzigartige Häuserdatenbank welche die in den Schriftquellen zwischen 1250 –1780 überlieferten Stadtbewohner in ihren 600 Häusern verortet, ermöglicht grosse und kleine Einblicke in die damalige Lebensgemeinschaft innerhalb der Stadtmauern und der näheren Umgebung. Sie zeichnet ein realitätsnahes Bild des Zusammenlebens in unserer Stadt, das sich vom heutigen oft nur wenig unterscheidet, aber einen eindrücklichen Kontrast bildet zu dem verzerrten Bild eines finsteren Mittelalters das heute noch oft vermittelt wird. Tausende Schaffhauser die keinen Eingang in die Geschichtsbücher gefunden haben, lassen sich durch diese Datenbank neu entdecken und erstmals erhalten die bislang vielfach ignorierten Schaffhauserinnen ihren verdienten Platz in der Stadtgeschichte. Und schliesslich erscheinen die bekannten Protagonisten der Geschichte oft in neuen Facetten.

ABGESAGT Montag 24, Januar 2022 14.30 Uhr:
Was wir uns mit Huhn, Kuh, Pferd, Esel, Sau, Katze und Hund alles sagen

Montag 24, Januar 2022 14.30 Uhr

Was wir uns mit Huhn, Kuh, Pferd, Esel, Sau, Katze und Hund alles sagen

Dr. Christian Schmid, Mundartspezialist, Autor und Publizist, Schaffhausen

Seit Jahrtausenden leben wir mit unseren Nutz- und Haustieren zusammen. Sie nehmen nicht nur in der Welt einen wichtigen Platz ein, auch in unserer Alltagssprache haben sie sich breitgemacht. Mit ihnen benennen wir Dinge wie das Stierenauge, die Sauordnung oder den Katzensprung. Menschen können wie ein Hund jemanden anknurren oder im Galopp etwas holen; man kann sie an die kurze Leine nehmen oder anspornen. Tiere kommen in vielen Redensarten vor: ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn und dastehen wie der Ochse am Berg. Einige Tierbezeichnungen dienen als Verstärkungswörter, wenn wir sagen saukalt, hundeelend oder pudelwohl. Wohl am häufigsten schimpfen und beleidigen wir mit ihnen, sagen dummes Huhn, blöde Kuh, Esel, fauler Hund.

Der Sprachgebrauch zeigt deutlich, dass wir Nutz- und Haustiere nicht nur wertschätzen, sondern sie sozusagen «vom hohen Ross herunter» sehr oft geringschätzen, ja gar verachten. Diese Geringschätzung hat eine Jahrtausende alte Tradition von der Erhebung des Menschen zur Krone der Schöpfung über die philosophische Behauptung, dass nur der Mensch vernünftig sei und eine Seele habe, bis in die Zeit der bürgerlichen Überheblichkeit des 19. Jahrhunderts, als in der Biologie dummes Täucherhuhn noch Gattungsbezeichnung war und die Kinder in der Schule lernten, das Nashorn sei ein «plump gebautes, dummes Tier».

ABGESAGT Montag 31. Januar 2022, 14.30 Uhr:
Wie käuflich ist die Schweizer Politik?

Montag 31. Januar 2022, 14.30 Uhr

Wie käuflich ist die Schweizer Politik?

Martin Schläpfer, ehem. Leiter Direktion Wirtschaftspolitik beim Migros-Genossenschafts- Bund, Journalist, Mitglied der Schweizerischen Public-Affairs Gesellschaft

Der Ruf nach Transparenz in der Schweizer Politik wird lauter. In mehreren Kantonen, so auch in Schaffhausen, sind Volksinitiativen angenommen worden, die verlangen, dass Parteispenden und Kampagnengelder offengelegt werden. Auf Druck einer Volksinitiative hat das Bundesparlament letztes Jahr erstmals Transparenzvorschriften verabschiedet. Nach wie vor ist das politische Lobbying in der Schweiz nur marginal geregelt. Berufslobbyisten sind nicht akkreditiert, sondern sind von Ratsmitgliedern abhängig, die ihnen einen Zutrittsbadge verschaffen, was immer wieder zu Kritik führt. Eidgenössische Parlamentarierinnen und Parlamentarier verstehen sich oft als die besseren Lobbyisten und sind bei der Annahme von Mandaten wenig wählerisch. Gezielt werben Verbände und Firmen Ratsmitglieder an, nicht weil sie besonders kompetent sind, sondern in einer für sie relevanten Kommission sitzen. Im Gegensatz zu andern Ländern können hohe Beamte ohne Karenzfrist in der Privatwirtschaft oder bei Verbänden anheuern; auch jenen, mit denen sie in ihrer Funktion eng zusammengearbeitet haben. Ehemalige Bundesräte wechseln wiederum nahtlos in Verwaltungsräte von Firmen, ohne eine «Anstandsfrist» einzuhalten. Fazit: Im internationalen Vergleich hat die Schweiz beim Lobbying regulatorisch Nachholbedarf.

Montag 7. Februar 2022, 14.30 Uhr:
Emma Coradi-Stahl (1846–1912): Die Welt einer aussergewöhnlichen «Hausfrau»

Montag 7. Februar 2022, 14.30 Uhr

Emma Coradi-Stahl (1846 –1912) Die Welt einer aussergewöhnlichen «Hausfrau»

Verena E. Müller, Historikerin und Publizistin, Zürich

Kann eine «Hausfrau» Grenzen sprengen? Sie lebte es vor: Mutter, Geschäftsfrau, Mitgründerin des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins, Gründerin der Haushaltungsschule am Zeltweg in Zürich (1898), Journalistin mit eigener Wochenzeitung, erste Eidgenössische Expertin für hauswirtschaftliches Bildungswesen. Ihr Anliegen? Über Kompetenz Förderung des weiblichen Selbstbewusstseins. Und Adam Coradi? Für einmal war es der Mann, Lehrer und Politiker, der im Schatten blieb, obwohl auch er Beachtliches leistete.

Montag 14. Februar 2022, 14.30 Uhr:
Einsamkeit – Fluch oder Segen?

Montag 14. Februar 2022, 14.30 Uhr

Einsamkeit – Fluch oder Segen?

Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Philosophische Fakultät, Universität Konstanz

Einsame Menschen in den Bildwelten von Caspar David Friedrich oder Edward Hopper vermitteln einen Eindruck, was Isolation, Vereinsamung, Leere oder Verlassenheit bedeuten. «Einsamkeit» ist ursprünglich die Übersetzung von «unio», i.S.v. «unio mystica», dem mystischen Einssein von Gott und Mensch (Meister Eckhart). Seit dem 18. Jhd. wird unter Einsamkeit die Abgeschiedenheit und das Alleinsein mit sich selbst verstanden.

Als Segen wird Einsamkeit von Menschen geschätzt, die kreativ und selbstbewusst einem Ziel zustreben. Für Wilhelm v. Humboldt gehörte neben Freiheit die Einsamkeit zur Voraussetzung von Wissenschaft. In der Philosophie der Stoa oder bei Montaigne wird der Einsamkeit ein hoher Wert beigemessen, weil nur in ihr das gefunden werden kann, was das Eigene eines Menschen ist, unabhängig von den Ansprüchen und Ablenkungen von aussen.

Einsamkeit wird manchmal aber als Belastung und psychische Qual empfunden, und zwar in jeder Form, ob als emotionale oder als soziale Einsamkeit. Der Mensch als «zoon politikon» (Aristoteles), als Gemeinschaftswesen, scheint durch Sprache oder die Fähigkeit zur Empathie nicht für Einsamkeit geschaffen zu sein. Gottfried Keller meinte dagegen, dass Einsamkeit, verbunden mit einem klaren, heiteren Bewusstsein, die einzig wahre Schule für einen Geist von edlen Anlagen sei.

Von den kreativen Seiten der Einsamkeit wie von ihren belastenden Auswirkungen auf Psyche und Lebensgestaltung – Erfahrungen in Zeiten von Corona – handelt der Vortrag.

Montag 21. Februar 2022, 14.30 Uhr:
Demenz: Abschied – was dieser bedeutet

Montag 21. Februar 2022, 14.30 Uhr

Demenz: Abschied – was dieser bedeutet

Dr. med. Irene Bopp-Kistler, FMH Innere Medizin, spez. Geriatrie

Eine Demenzerkrankung führt zu einem permanenten Prozess des Abschiednehmens.

Abschied von geliebten Tätigkeiten, Abschied von der gewohnten Beziehung, aber auch Abschied von Urteilsfähigkeit. Die Erkrankung betrifft genau den Bereich, der uns so wichtig ist: Unser Denken und unsere Persönlichkeit, weswegen sich die Frage stellt, ob ein solches Leben noch Sinn macht.

Der Vortrag soll zum Verständnis beitragen, aber auch Wege aufzeigen.

Montag 28. Februar 2022, 14.30 Uhr:
Was geschieht in unseren Wäldern?

Montag 28. Februar 2022, 14.30 Uhr

Was geschieht in unseren Wäldern?

Noëmi Brüggemann, MSc Umweltnaturwissenschaften (Vertiefung Wald und Landschaft), wissenschaftliche Assistentin für Waldbau und Standortskunde, ETH Zürich, Leiterin Niederlassung Aargau, EcoEng AG

Im Vortrag zu diesem sehr breit gewählten Titel, möchte ich einen Überblick über die natürlichen und die menschgesteuerten Prozesse im Schweizer Wald geben und auch einen Blick in die Zukunft – auf bevorstehende Herausforderungen – werfen. Dabei möchte ich folgende Fragen beantworten:

Welche Prozesse laufen in natürlichen Wäldern ab? Wie sieht ein «natürlicher» Wald aus?

Wie beeinflusst der Mensch den Wald? Der Wald wird bereits seit Jahrhunderten durch den Menschen genutzt. Diese Nutzung ist im Wald durch die Langlebigkeit der Bäume über Generationen sichtbar. Wie haben sich die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald über die Zeit verändert? Heute hat die Holznutzung einen geringeren Stellenwert als in der Vergangenheit, dafür wird der Wald stark durch Erholungssuchende genutzt. Gleichzeitig ist der Wald wichtig für die Biodiversität, für den Schutz vor Naturgefahren und wird auch immer mehr zur Diskussion in Zusammenhang mit der CO2-Speicherung.

Was wird die Waldbewirtschaftenden in Zukunft beschäftigen? Es wird vorhergesagt, dass Extremereignisse häufiger auftreten und unter anderem die Waldbrandgefahr auch im Mittelland steigen wird. Weitere Herausforderungen sind eingebrachte Baum-, Pflanzen-, Pilzund Insektenarten (Neobiota) sowie die Veränderungen der klimatischen Bedingungen, die die Baumartenzusammensatzung in unseren Wäldern verändern werden.

Montag 7. März 2022, 14.30 Uhr:
Von alten Damen und Kurtisanen. Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt

Montag 7. März 2022, 14.30 Uhr

Von alten Damen und Kurtisanen. Zum 100. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt

Prof. Dr. phil. Ulrike Landfester, Ordentliche Professorin für Deutsche Sprache und Literatur, Universität St. Gallen

Im Werk Friedrich Dürrenmatts spielt das Verhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit auf der einen Seite und der Unkalkulierbarkeit menschlichen Verhaltens auf der anderen Seite eine Schlüsselrolle. Die programmatische Dimension dieses Spannungsfeldes ist zumeist Männern wie den Kommissaren Bärlach und Matthäi oder dem genialen Physiker Möbius zugeordnet, die Gerechtigkeit auch mit unorthodoxen Mitteln suchen und damit zu tragischen Helden werden.

Dürrenmatts Frauenfiguren dagegen sind ambivalenter gezeichnet: Grausam rachsüchtig nach einer unerträglichen Kränkung Klara Zachanassian in «Der Besuch der alten Dame», amoralisch, aber liebenswert die Kurtisane in «Grieche sucht Griechin», körperlich wie seelisch deformiert die Irrenärztin in «Die Physiker». Immer aber sind sie furchteinflössende Figuren, halb Göttin, halb Parze, ausgesetzt in der Grauzone zwischen überlegener Intelligenz und zerstörerischem Wahnsinn. Die Vorlesung wird einige dieser Frauenfiguren vorstellen und ihrer Entwicklung in Dürrenmatts Werk nachgehen.

Montag 14. März 2022, 14.30 Uhr:
Pflanzenschutzmittel: Wie weiter in der Agrarpolitik?

Montag 14. März 2022, 14.30 Uhr

Pflanzenschutzmittel: Wie weiter in der Agrarpolitik?

Prof. Dr. Robert Finger, Agrarpolitik und Agrarökonomie, ETH Zürich

Pflanzenschutz ist essentiell für die Produktion von Nahrungsmitteln in hoher Qualität und Menge, ohne Pflanzenschutz kommt unser Ernährungssystem nicht aus. Andererseits bergen gerade Pflanzenschutzmittel unbestrittene Risiken für Mensch und Umwelt. Pflanzenschutzmittel stehen deshalb im Zentrum aktueller Diskussionen: wichtige Mittel wie Neonikotinoide wurden bereits verboten, Debatten um ein Verbot des Herbizids Glyphosat halten an; die Abstimmungen zu den Volksinitiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» haben zu hitzigen Debatten geführt. Was sind gute Politmassnahmen als Schritt nach vorn? Können wir die Risiken des Pflanzenschutzmitteleinsatzes senken ohne die landwirtschaftliche Produktion zu beinträchtigen? Welche Rolle spielen Konsument und Handel? Wie steht die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern? Der Vortrag gibt einen Ein- und Überblick zum Thema Pflanzenschutzmitteln und präsentiert und diskutiert aktuelle Politik Positionen. Des Weiteren werden Wege aufgezeigt, Risiken des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zu reduzieren, ohne die Leistungen des Sektors zu gefährden.

Montag 21. März 2022, 14.30 Uhr:
Spielt das Klima verrückt?

Montag 21. März 2022, 14.30 Uhr

Spielt das Klima verrückt?

Dr. Erich Fischer, Klimaforscher, ETH Zürich

Die Rekorde purzeln, die letzten Jahre waren weltweit mit Abstand die wärmsten seit Messbeginn. Rekordhitze in Nordamerika und im Mittelmeerraum, Rekordniederschläge in Deutschland und Belgien, Dürren und Wirbelstürme füllen die Titelseiten unserer Zeitungen. Sind diese Extreme normales Verhalten des Wetters oder Zeichen des Klimawandels? Der Vortrag von Erich Fischer liefert eine differenzierte Antwort und diskutiert die neusten Erkenntnisse des neuen Sachstandberichtes des Weltklimarates, an dem der Referent beteiligt war. Der Vortrag legt einen spezifischen Fokus auf den Klimawandel in der Schweiz. Die Schweizer Klimaszenarien zeigen auf, inwiefern sich der Klimawandel in der Schweiz schon heute bemerkbar macht, und erlauben einen Blick auf ein mögliches Klima in der Schweiz im Jahre 2060.

Montag 28. März 2022, 14.30 Uhr:
Die 1960s in Amerika: Eine gespaltene Gesellschaft

Montag 28. März 2022, 14.30 Uhr

Die 1960s in Amerika: Eine gespaltene Gesellschaft

Prof. em. Dr. Martin Heusser, Englisches Seminar, Universität Zürich

Geprägt vom kalten Krieg und dem immer verlustreicher werdenden Vietnamkrieg, bewegen sich die USA in den 60er und 70er Jahren gesellschaftlich von Konsens und Konformität in Richtung Dissens und Differenz. Aufkommender Protest manifestiert sich in Jugendrevolten und dem Aufstand von Minoritäten. Alternatives Kunst- und Kulturverständnis rückt Fragen persönlicher / kollektiver Identität ins Zentrum und hinterfragt das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Gleichzeitig sind diese Jahre aber auch geprägt von einer noch nie dagewesenen Kreativität – in der Literatur, der Musik, der darstellenden Kunst und im Film.

Dieser Vortrag beleuchtet und analysiert die wichtigsten Entwicklungen anhand von Textbeispielen, Tonmaterial und Filmausschnitten.

Montag 4. April 2022, 14.30 Uhr:
Grossgeräte-Diagnostik beim Hochbetagten: Sinnlose Quälerei oder entscheidender Schlüssel?

Montag 4. April 2022, 14.30 Uhr

Grossgeräte-Diagnostik beim Hochbetagten: Sinnlose Quälerei oder entscheidender Schlüssel?

Dr. med. Stefan Seidel, Chefarzt Radiologie und Nuklearmedizin, Spitäler Schaffhausen

Die Menschheit wird heute immer älter und mit diesem Älterwerden steigt naturgemäss das Risiko für banale, bedrohliche und auch nur potenziell bedrohliche Erkrankungen, die teils auch vom eigentlich natürlichen Prozess des Alterns nur schwer zu unterscheiden sind. Wie geht die Medizin in der heutigen Welt mit diesen Prozessen um? Heisst es eher warten oder kann es ein Vorteil sein, möglichst früh durch modernste Diagnostik umfassende Informationen zu sammeln?

Im Vortrag werden die unterschiedlichen diagnostischen Ansätze unter besonderer Berücksichtigung der radiologischen Grossgeräte (MRI/PET-CT) aufgezeigt und erklärt und an plastischen Beispielen gezeigt, welche Möglichkeiten, aber auch welche Risiken für ein hochbetagtes Patientengut bestehen. Ein diagnostischer Algorithmus wird aufgezeigt, unter welchen Bedingungen ein Einsatz grosser apparativer Diagnostik durchaus sinnvoll sein kann, um insbesondere den Patienten und ihren Angehörigen die Möglichkeit zu geben selbstbestimmt und möglichst autonom den weiteren Lebensweg zu gestalten.

Montag 11. April 2022, 14.30 Uhr:
Lebenszauber – Musikalisch Literarischer Nachmittag

Montag 11. April 2022, 14.30 Uhr

Lebenszauber – Musikalisch Literarischer Nachmittag

Daniela Laubscher, Querflöte
Dr. Klaus Wloemer, Wuerflöte
Anna de Capitani, Klavier
Dr. Niklas Raggenbass, Sprecher

PROGRAMM:

Ein wunderbarer Zauber liegt in jedem Geschöpf
Ich lebe mein Leben: Rainer Maria Rilke

JOHANN LUDWIG KREBS (1713 –1780)
TRIO IV E-MOLL FÜR 2 FLÖTEN UND KLAVIER

Lebensquell
Friedrich Schiller: Die Teilung der Erde
Kurt Marti: Es ist ein Wunder
Gottfried Keller: Erlöse uns von dem Bösen «Der Grüne Heinrich»
Kurt Marti: Planet des Lebens

*

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685 –1750)
SONATE G-DUR BWV 1039 FÜR 2 FLÖTEN UND KLAVIER

Lebensfreude
Franz von Schober: Du holde Kunst
Rainer Maria Rilke: An die Musik
Franz Hohler: Mein Dank geht an Maria Magdalena Bach

*

EMIL KRONKE (1865 –1938)
DEUX PAPILLONS: ZWEI KONZERTSTÜCKE OP. 165 FÜR 2 FLÖTEN UND KLAVIER

Lebensstufen
Theodor Fontane: Die Alten und die Jungen
Rainer Maria Rilke: Es winkt zu Fühlung fast aus allen Dingen
Hermann Hesse: Lebensstufen

*

ALBERT FRANZ DOPPLER (1821–1883)
DUETTINO HONGROIS OP. 36 POUR DEUX FLÛTES ET PIANO

Dank an das Leben
Christian Fürchtegott Gellert: Die Ehre Gottes aus der Natur
Hermann Hesse: Sprache
Christian Morgenstern: Dank

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Veranstaltungsort:

Sorell Hotel Rüden
Oberstadt 20
8200 Schaffhausen

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